Editorial
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Liebe Leserin, lieber Leser,

„Driving Home for Christmas“ ist ein moderner Weihnachtsklassiker. Der britische Sänger Chris Rea hat diesen Song 1978 geschrieben, als er kurz vor Weihnachten in einem Stau steckte. Seitdem hat sich nicht viel geändert: überfüllte Züge, Staus auf den Autobahnen, Hochbetrieb an den Flughäfen. So ist das in den Tagen vor dem Weihnachtsfest. Warum? Weil sich gefühlt die halbe Welt auf den Weg macht zum Weihnachtsbesuch. Weihnachten ohne gegenseitige Besuche ist gar nicht vorstellbar. Lars und Lena besuchen ihre Mutter. Opa reist zu Mia, Max und Mara. Tante Edda und Onkel Erwin fahren zu ihrer Nichte nach Iserlohn.

„Besuch“ titelt unsere aktuelle Citykirche.

Vom Besuch (nicht nur) an Weihnachten erzählen die Beiträge dieser Ausgabe. Gott kommt zu Besuch, das ist die Weihnachtsbotschaft auf den Punkt gebracht. Und Gott sei Dank reist er nach den Feiertagen nicht wieder ab. Sondern bleibt bei uns, ist für uns da.

Die Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums ist vielleicht die bekannteste und schönste Geschichte der Welt. Sie finden sie auf Seite 52. Dann meditiert Klaus Schamberger über die Heimsuchungen Nürnbergs anlässlich des Christkindlesmarktes. Und Hannes Schott erzählt von einem Besuch bei Salome und Josef. Über einige ungewöhnliche Besucher*innen an Weihnachten und was es mit einem Igel, einer Schnecke, einer Faschingsperücke und einem Distelfink an der Krippe oder unter dem Christbaum auf sich hat, erzählen wir ebenso wie von internationalen Besuchern aus Myanmar, Irak und Kambodscha. Wer an Weihnachten einsam und bedürftig ist, ist eingeladen zum Besuch des Weihnachtscafés oder des Weihnachtsbrunchs. Und wem der Verwandtenbesuch irgendwann zu viel wird, mag vielleicht die Ausstellung der Krippenfreunde in St. Egidien besuchen.

Weihnachten singt und klingt. Wir stellen Ihnen beliebte Lieder vor und laden herzlich ein 

zu wunderschönen Konzerten und musika-
lisch besonders gestalteten Gottesdiensten in der Advents-und Weihnachtszeit.

In dieser Jahreszeit strömen ganz besonders viele Besucher*innen aus der ganzen Welt in unsere Kirchen in der Nürnberger Innenstadt. Sie suchen dort Kunst oder Ruhe, Ästhetik und Gottesnähe. Die Kirchen sind Sehnsuchtsorte. Begegnungsorte. Menschen suchen Gott. Gott besucht uns Menschen.

Und manchmal, ja manchmal, da kommt ein Engel zu Besuch.

Wir aus der Redaktion wünschen Ihnen viele gute Begegnungen und eine gesegnete Weihnachtszeit.

Ihre Pfarrerin St. Egidien und St. Sebald

Annette Lichtenfeld